Reiterbögen

 

Was zeichnet einen Reiterbogen aus?

 

Ein Reiterbogen ist kein Recurvebogen!!!

Auf den ersten Blick mag er vielleicht so aussehen, technisch hat die Konstruktion der Wurfarme aber nichts mit der eines modernen Recurves zu tun.

 

Einen Reiterbogen zeichnen zwei Dinge aus. Als erstes hat er eine ihm eigene Wurfarmkonstruktion, welche ihn sehr effizient und gleichzeitig komfortabel zu schießen macht. Das fällt vor allem im Vergleich zu reinen Holzbögen (Langbögen) auf. 

 

Achtung!:

 

Allerdings ist aber genau hier Vorsicht geboten. Es gibt auf dem Markt viele „Reiterbögen“, welche so aussehen, die aber nicht die positiven Eigenschaften eines „echten Reiterbogens“ besitzen. Wenn du einen solchen Bogen kaufst, hast du einen schönen Bogen, aber keinen Reiterbogen. Bei diesen Bögen musst du sowohl auf dem Schusskomfort, als auch auf die Leistungsfähigkeit eines Reiterbogens verzichten.

 

Das Zweite was einen Reiterbogen auszeichnet ist die Möglichkeit, den Bogen sowohl als Linkshand-, als auch als Rechtshandschütze verwenden zu können. Oder du kannst ihn auf Grund seiner Bauform klassisch mediterran (3 Finger an der Sehne) oder mit Daumentechnik schießen. Kurz, der Pfeil kann auf beiden Seiten des Bogens angelegt und abgeschossen werden.

 

 

 

 

 

Für wen ist der Reiterbogen der Richtige?

 

Reiterbögen haben eine ganz eigene, wundervolle Ästhetik. Deshalb finden Sie bei vielen Schützen großen Anklang. Wenn du traditionell schießen möchtest, im Wald auf einem 3D-Parcour, vom Pferd aus oder auf historischen Veranstaltungen, dann ist ein Reiterbogen einfach toll. Kurz, handlich und leicht. 


Wenn du einen Bogen suchst, der dem heutigen Entwicklungsstand entspricht was Leistung und Schusspräzision angeht, dann ist ein Reiterbogen nicht die richtige Wahl für dich. Dann solltest du dich für einen Recurvebogen entscheiden.

 

Was kostet ein Reiterbogen?

 

Ein Reiterbogen (mit echten Reiterbogeneigenschaften, siehe oben) im Einstiegssegment gibt es schon ab ca. 160€.

 

Die Mittelklasse liegt bei 300-400€. Die Bögen sind dann besser verarbeitet und meist auch schöner.

 

Wenn du einen Bogen mit maximaler Leistung (Flache Flugbahn des Pfeils) auch bei geringem Zuggewicht (20-30Pfund) suchst, und dennoch nicht auf Schusskomfort und Qualität verzichten möchtest, dann entscheidest du dich für einen Premiumbogen von Simons Bowcompany. Die Bögen liegen dann zwischen 620€ und 800€.

 

 

 

Was brauchst du an Zubehör?

 

Für einen Reiterbogen braucht man nicht viel an Zubehör.

Spannschnur:

 

Diese kann je nach Bauform des Bogens eine echte Hilfe sein und das Auf/Abspannen sicherer machen. Kostenpunkt max. 10€.

 

Armschutz:

 

Einen Armschutz sollte jeder Bogenschütze verwenden, da er die Kleidung beiseite hält und so einen perfekten Pfeilflug möglich macht.

Kostenpunkt ab 10€.

 

Fingerschutz:

 

Du kannst mit Daumenring oder Schießhandschuh schießen. Das liegt ganz bei dir und deinen Vorlieben. Achte aber unbedingt auf die richtige Größe. Online kaufen ist hier nur die zweite Wahl, weil du das Produkt vorher nicht anprobieren kannst und es so schnell zu einem Fehl- oder Doppelkauf kommt.

 

Kostenpunkt Schießhandschuh ab 10€.

Kostenpunkt Daumenring ab 25€.

 

Bogenhülle:

 

Eine Bogenhülle oder Bogentasche ist in jedem Fall sinnvoll. So ist dein Schätzchen immer sicher verpackt. Ein Bogen der unverpackt transportiert wird, zerkratzt schnell und die Sehne kann Schäden davontragen, was ein Sicherheitsrisiko beim schießen darstellt.

 

Kostenpunkt ab 15€.

 

Sehne:

 

Die Sehne ist ein wichtiger Teil des Bogens. Sie bringt die gesamte Leistung des Bogens auf den Pfeil. Somit sollte die Sehne von guter Qualität sein, regelmäßig gepflegt werden (siehe unten) und in regelmäßigen Abständen erneuert werden.

Bogensehnen bestehen heute aus Hochleistungskunstfasern. Diese bringen enorme Performance, brauchen aber gute Pflege und haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Grob kann man sagen, dass eine Bogensehne 1x jährlich ausgetauscht werden sollte. Somit stellst du immer sicher, dass deine Sehne die gewünschte Performance bringt und du gehst nicht das Risiko ein, dass die Sehne reißt. Wenn die Sehne reißt, dann kann der Bogen brechen und du kannst dich verletzen.

Kostenpunkt Sehne 15-35€. (1x jährlich)

 

Sehnenpflege

 

Die Pflege der Sehne wird von vielen Schützen leider vernachlässigt. Die Bogensehne braucht regelmäßige Pflege.

Wenn eine Sehne nicht gepflegt wird, verschleißt sie sehr schnell. Das kann zur Folge haben, dass sie im Schuss reißt. Wenn das passiert, kann dein Bogen brechen und du kannst dich dabei verletzen.

Um das zu verhindern, solltest du deine Sehne regelmäßig wachsen. Wenn du viel schießt (2x die Woche oder öfter) dann solltest du die Sehne alle 2 Wochen wachsen.

 

Merke: Zu viel Pflege gibt es für die Bogensehne nicht, zu wenig Pflege birgt ein Verletzungsrisiko.

 

Kostenpunkt Wachs ca. 4€. (Hält mindestens 1 Jahr bei regelmäßiger Sehnenpflege)

 

Pfeile:

 

Der Pfeil ist für präzises schießen wichtiger als der Bogen.

 

Die Auswahl der Pfeile solltest du sorgfältig vornehmen.
Um einen Pfeil perfekt auf dich und deinen Bogen abzustimmen sind 12 Faktoren zu berücksichtigen. Das setzt aber einen sehr akkuraten Schießstil voraus, den nicht jeder Hobbyschütze hat.

Auch als Anfänger oder Hobbyschütze solltest du folgende 5 Faktoren berücksichtigen.

  1. Auszugslänge nach AMO-Standard
  2. Zuggewicht auf den Fingern, nicht das, welches der Hersteller angibt, sondern das, was du auf deine Auszugslänge tatsächlich auf den Fingern anliegen hast.
  3. Sehnenmaterial (Hier gibt es Unterschiede, welche sich auf die Pfeilabstimmung auswirken)
  4. Leistungsfähigkeit/Effizienz des Bogens
  5. Spitzengewicht

 

Wenn du nicht sicher bist, welche Möglichkeiten es gibt und was das richtige für dich ist, dann besuche unbedingt einen Fachhändler und bringe deinen Bogen mit.

 

Holzpfeile:

 

Holzpfeile verwendet man heute nur noch, wenn dies für ein Turnier oder eine Veranstaltung (Reenactment) vorgeschrieben ist.

Es ist heute schwer an gute Holzschäfte zu kommen. Fertige Holzpfeile sind immer einfacher Qualität und manchmal krumm wie Bananen.

Zudem sind sie empfindlich bei der Lagerung, gegenüber Witterungseinflüssen und brechen sehr leicht kaputt. Unterm Strich ist ein Holzpfeil teurer als ein guter Carbonpfeil und man muss einige Nachteile in Sachen Präzision, Flugbahn, Haltbarkeit usw. in Kauf nehmen.

 

Alupfeile:

Aluminiumpfeile sind gerade im Aussterben begriffen. Sie finden nur noch im olympischen oder Compoundbereich Einsatz auf Hallenwettkämpfen.

 

Carbonpfeile:

 

Carbonpfeile sind heute das Mittel der Wahl. Preisgünstig (in guter Qualität schon ab ca. 8€ zu bekommen), langlebig, extrem Präzise und robust bei Treffern auf Holz oder Stein. Wenn ein Carbonpfeil nicht durch Bruch (z.B. bei einem Steintreffer) ausscheidet, dann kann man diesen viele tausend Male benutzen. Heute spricht alles für Carbonpfeile.

 

Achtung!:

Carbonpfeile unter 8€ sind von minderer Qualität und aus Sicherheit, sowie Präzisionsgründen nicht für den regelmäßigen/dauerhaften Einsatz zu empfehlen.